Wieder einmal Zeitung gelesen

Veröffentlicht auf von Margot

Aus der Zeitung erfährt man oft interessante Neuigkeiten. Da mit uns Angestellten offensichtlich niemand sprechen will, müssen wir unsere Informationen eben aus der Zeitung beziehen. Morgen müssen wir noch nicht arbeiten, jedoch hat unser Bürgermeister von sich gegeben, dass es in wenigen Wochen so weit sein wird und am Samstag geöffnet wird. Weiters hat er vermeldet, dass wir drei neue Leute bekommen, die wir in den nächsten paar Tagen gefälligst schnell einschulen sollen. Die Öffnungszeiten sind auch schon bekannt, 10 - 16 Uhr. Die Gewerkschaft hält sich bedeckt. Zumindest ist das Überstundenmodell vom Tisch, das bedeutet hätte, mehr zu arbeiten und dafür auch mehr zu kassieren. Meine Kollegen, die so wie ich in den letzten Tagen Doppelschichten eingelegt haben, um den Besucherandrang seit der Eröffnung zu bewältigen, sind sehr frustriert. Ich persönlich könnte mit einem Arbeitszeitmodell leben, das wenigstens ein zweitägiges Wochenende vorsieht. Zwei Tage brauche ich, um meine Füße zu regenerieren. Allerdings bin ich sehr verärgert darüber, solche grundlegenden Dinge, die einen wesentlichen Einfluss auf das Leben jedes Einzelnen von uns haben, aus der Zeitung zu erfahren, ohne dass sich irgendjemand überhaupt Gedanken darüber macht, wie das alles funktionieren soll. Natürlich ist es für unsere Besucher attraktiv, wenn sie auch am Samstag kommen können, das sehe ich schon ein, aber die Art und Weise, wie hier einfach über uns verfügt wird, halte ich für impertinent. Seit der Eröffnung verbringen wir alle unsere Arbeitszeit zu Fuß und in flottem Schritt, und wenn mir heute noch jemand erklären würde, dass ich morgen auch noch einmal einen Marathon absolvieren soll, würde ich ihm wahrscheinlich meine Bratpfanne nachwerfen.
Soweit der kleine Zwischenbericht aus meinem Arbeitsleben, das momentan meistens erst etwas später am Abend ins Freizeitleben übergeht.

Liebe Grüße
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Kerstin 01/18/2009 14:12

Ja es ist schon Wahnsinn was mit dem arbeitenden Volk gemacht wird. Du hast zu arbeite und den Mund zu halten. Mich aergert auch immer viel und ich finde es schade das man dass nie den betroffenen Personen sagen kann, schade. Uuh eine Bratpfanne? - aber dann aus Gusseisen, - wenn schon - denn schon...liebe Gruesse

Margot 01/19/2009 21:12


Edelstahl, Kerstin, eine ganz Große hab' ich auch, mit einem dicken Boden. Die hält das aus.
Liebe Grüße von Margot


Mina 01/18/2009 11:12

Ich kenne das auch aus eigener Erfahrung unsere Handelskette wurde auch über Nacht an Deutschland verkauft ohne das die Mitarbeiter irgendwas wussten oder dazu sagen konnten. Die machen mit einem was sie wollen, selber hat man nur zu funktionieren....

Margot 01/19/2009 20:57


Ist eigentlich schon ganz normal geworden, das höre ich immer wieder. Und die leidtragenden sind dann nicht nur die Angestellten, sondern auch die Kunden, wenn das Service immer schlechter
wird.
Liebe Grüße von Margot


Mondblume 01/17/2009 00:25

Hallo Margot, das die Angestellten als letzte oder womöglich so wie Du jetzt aus der Zeitung erfahren was wird, ist bei uns schon lange ziemlich weit verbreitet. Der Mensch und die Familie zählt gar nicht mehr, er hat nur zu funktionieren und wenn wer aufmuckt wird ihm zu verstehen gegeben, das er ja gehen kann, wenn es ihm nicht gefällt, traurig aber wahr...Lieber Gruß Regina

Margot 01/17/2009 11:01


Liebe Regina, ich schätze einmal, dass unser Denstgeber niemanden von uns auf die Straße setzen wird, das ist einfach nicht drin. So schnell finden sie kein neues ausgebildetes Personal, da würde
der Betrieb zusammenbrechen. Außerdem wäre das in den Wahlkampfzeiten, die wir gerade haben, ein äußerst unkluges Vorgehen, da auch ein großer Teil unserer Leserschaft hinter uns steht. Die wollen
zwar den Samstag offen haben, wundern sich aber jetzt schon, wie wir das überhaupt schaffen.
Liebe Grüße von Margot


Marion 01/16/2009 21:32

Liebe Margot,
wirklich ärgerlich, wie mit euch Angestellten umgegangen wird, scheint ja oftmals der heutige "gepflegte" Stil zu sein; mit den Leuten kann man's ja machen, jeder ist ja froh um seinen Arbeitsplatz. Einfach die Arbeitszeit auf den Samstag auszuweiten, halte ich auch für total ärgerlich. Wo bleibt das eigene Wochenende und das mit Partner/Kindern?
Als du geschrieben hattest, ihr wärt 25 Leute, fand ich das total wenig für eine Stadt in der Größenordnung. Ich habe zwar keine Ahnung, wie es hier in Köln mit dem Personal bestellt ist, aber selbst in unserer Stadtteilbücherei laufen (oder eher sitzen) etliche Leute herum und die Stadt hat bestimmt auch nicht zuviel Geld, um Überflüssiges zu finanzieren. Selbst drei Leute mehr für euch scheint mir da nicht die komfortable Lösung zu sein. Ich wünsch dir die Kraft durchzuhalten und dich gut mit den Umständen zu arrangieren. Und vor allen Dingen: genieße dieses Wochenende!
Liebe Grüße
MARiON

Margot 01/17/2009 10:56



Liebe Marion!
Ob von einer Ausweitung der Öffnungszeiten irgendwelche Partner oder Kinder betroffen sind, ist unserem Bürgermeister herzlich egal. Es ist Wahlkampfzeit, und er möchte sich damit brüsten, für
die Salzburger etwas durchgsetzt zu haben. Dass wir jetzt schon am Limit sind, die Leute nicht mehr auf Urlaub gehen können und jeder krankenstand für die anderen zu einer zusätzlichen Belastung
wird, fällt dabei nicht ins Gewicht. Unser Diengeber fährt einen beinharten Sparkurs, dem in den letzten Jahren schon etliche Stellen zum Opfer gefallen sind, und im Prinzip können wir froh sein,
wenn wir wenigsten 3 neue Leute bekommen. Dass in sämtlichen anderen Büchereien mehr Personal zur Verfügung steht, um sich um die Leser zu kümmern, ist mir sehr wohl bewusst. So sollte es auch
sein.
Liebe Grüße von Margot


 



Panda 01/16/2009 21:12

Hmm, könnt ihr das nicht selbst entscheiden? Ich hab da leider nicht so die Ahnung... Stelle ich mir auf jeden Fall ziemlich heftig vor und dann das mit der Zeitung...das ist irgendwas nicht fair.

Trotzdem wünsche ich dir ein schönes und vor allem erholsames Wochenende,
Panda

Margot 01/17/2009 10:49


Liebe Panda, soweit wir alle uns informiert haben, können wir das absolut nicht selbst entscheiden. Es ist sogar möglich, dass der Bürgermeister unter Umgehung der Gewerkschaft einfach die Weisung
erteilt, wir sollen aufsperren, völlig egal ob wir genug Personal haben oder nicht. Wie wir das bewerkstelligen, ist dann unsere Sache. So gesehen sind 3 neue Leute schon ein willkommenes
Almosen.
Liebe Grüße von Margot