Kollaps

Veröffentlicht auf von Margot

Es ist einige Jahre her, da war es auf sämtlichen Bestsellerlisten: das Buch "Kollaps" von Jared Diamond. Untertitel: "Warum Gesellschaften überleben oder untergehen". Meiner Meinung nach völlig zu Recht. Anhand verschiedener Beispiele aus der Vergangenheit beschreibt der Autor, welche Faktoren aus seiner Sicht zum Untergang teils hoch entwickelter Kulturen geführt haben. Dabei kristallisieren sich einige Gründe heraus, die entweder für sich alleine oder in ihrem Zusammenspiel verheerende Folgen hatten. Angeführt werden an erster Stelle die Umweltzerstörung, verbunden mit Überbevölkerung, Klimaveränderungen, feindliche Nachbarn, der Wegfall von wichtigen Handelsbeziehungen und die Reaktion bzw. Nicht-Reaktion der Menschen auf die veränderten Bedingungen. So beschreibt er den Aufstieg und Untergang von Kulturen auf der Osterinsel, in Grönland oder Mittelamerika, wo sich aus unterschiedlichen Gründen die Lebensbedingungen geändert haben. Auf der Osterinsel beispielsweise wurde innerhalb kurzer Zeit der gesamte Waldbestand vernichtet, um die berühmten gigantischen Steinfiguren zu errichten, was dazu führte, dass Rohstoffe und Nahrungsmittel zu Ende gingen und die Bevölkerung verhungerte. Es gibt auch Beispiele von Kulturen, die auf angemessene Weise auf veränderte Bedingungen reagierten, so etwa in Japan, wo der Vernichtung des Waldes entgegen gewirkt wurde. Anhand der Beispiele aus der Vergangenheit wendet sich der Autor anschließend Gesellschaften der Gegenwart zu. Er zeigt Fehler auf, die gemacht werden, verdeutlicht aber auch, dass es möglich ist, aus der Geschichte zu lernen. Sehr vorsichtiger Optimismus.
Das Buch liest sich sehr spannend. Es ist auch einige Jahre her, dass ich es gelesen habe, jedoch geschieht es auch heute noch, wenn ich gewisse Dinge in der Zeitung lese, dass mir manche Episoden daraus ins Gedächtnis gerufen werden.
In Salzburg gibt es zur Zeit die Möglichkeit, den ökologischen Fußabdruck zu berechnen, sprich, für sich selbst herauszufinden, wie viele Ressourcen man eigentlich verbraucht. Ich habe den Test gemacht und auf diese Weise erfahren, dass ich 2,6 mal so viele Ressourcen verschwende, wie mir eigentlich zustehen würden, damit auf der Erde ein ausgewogenes Gleichgewicht bestehen könnte, das allen die Möglichkeit gäbe zu überleben. Am Ende des Tests wurde mir dann dazu gratuliert, dass ich so vorbildlich lebe. Was habe ich davon zu halten? Interessant war es, aber wofür die Gratulation? Hier gibt's den Rechner.

Liebe Grüße

Kommentiere diesen Post

madame federkiel 02/08/2009 15:47

Erst in unserer Zeit kennt man die Zusammenhänge von Verhaltensweise und Auswirkung. Deshalb sind wir schlimmer, als alle untergegangenen Kulturen vor uns.

Denn es gab gerade in den letzten 100 Jahren einen derart unverantwortlichen Raubbau an unersetzlichen Ressourcen. In der Sparte maßlose Gier, Dummheit und Dekadenz stehen wir den früheren Kulturen in nichts nach - entgegen jede wissenschaftliche Erkenntnis von Zusammenhängen.
Schade eigentlich!
:o(

Margot 02/11/2009 21:16


Leider ist es so, dass Menschen oft wider besseres Wissen handeln. Was eigentlich nur durch genzenlose Selbstsucht begründet werden kann. Ich habe eine Tochter. Bei meinen Handlungen stelle ich mir
oft (nicht immer) die Frage, welche Auswirkungen sie auf das Leben meiner Tochter haben werden. Diese Frage würde ich mir auch stellen, wenn ich keine Tochter hätte, ich würde sie anders
formulieren und mir vor Augen halten, dass nach mir auch noch Menschen kommen. Was ich in meinem Egoismus zerstöre, ist für nachfolgende Generationen verloren. Wobei ich nur ein kleines Würmchen
bin im Vergleich zum Rest der Menschheit.
Herzlichen Dank fürs Nachdenken!


Panda 02/07/2009 18:21

also ich hab den test jetzt natürlich mal gemacht ;) Im Bereich wohnen bin ich 32,1 % besser als der österreichische Durchschnitt ;) Das ist doch schon mal was...

Margot 02/08/2009 10:38


Super! Ich bin dann doch ein bisschen ins Grübeln gekommen. In sämtlichen Bereichen war ich besser als der österreichische Druchschnitt. Es hat sich herausgestellt, dass ich eigentlich kaum noch
etwas verändern könnte, und trotzdem verbrauche ich mehr, als gut ist.
Liebe Grüße von Margot