Österreichisch-deutsches kulinarisches Wörterbuch

Veröffentlicht auf von Margot

Es ist noch nicht lange her, da hatte ich in der Salzburger Innenstadt einmal ein Aha-Erlebnis. Ein deutscher Tourist stand grübelnd vor einem Schild, und als sein hilfesuchender Blick auf mich fiel, fragte er mich: "Was soll denn das heißen?" Auf dem Schild stand geschrieben: "Achten Sie auf die Lacke!" Was meint er denn, hab' ich mir gedacht, was soll daran so schwer verständlich sein? Nach einem Moment des Nachdenkens ist mir dann ein Licht aufgegangen, und dann musste ich erst einmal überlegen, wie das Wort "Lacke" in Deutschland heißt. "Pfütze" sagt man dort.
Ein ähnliches Aha-Erlebnis hatte ich, als ich bei Sabine über die Kameruner gelesen habe, welche anscheinend auch innerhalb Deutschlands nicht allgemein bekannt sind.
Tatsächlich sprechen wir Österreicher die gleiche Sprache wie die Deutschen, allerdings gibt es auch ein offizielles österreichisches Wörterbuch, in dem etliche Wörter verzeichnet sind, die man in Deutschland gar nicht kennt, die man aber in Österreich verwenden darf, ohne sich der Sprachbarbarei schuldig zu machen. Ich habe mir auch gedacht, vielleicht schreibe ich hier hin und wieder Sachen, die ihr gar nicht versteht, und merke es gar nicht, weil die Wörter für mich so selbstverständlich sind. Und darum gibt es heute als kleine Orientierungshilfe ein kulinarisches Wörterbuch.
Ein österreichisches Kuriosum gibt es links zu sehen: den Karfiol. Der heißt in Deutschland Blumenkohl. Aber dann gibt es noch viele andere herrliche Wörter:
Erdäpfel = Kartoffeln
Faschiertes = Hackfleisch
Fisolen = grüne Bohnen
Germ = Hefe
Häuptelsalat = grüner Salat
Heidelbeeren = Blaubeeren
Karotten = Möhren
Marillen = Aprikosen
Orangen = Apfelsinen
Paradeiser = Tomaten
Porree = Lauch
Potitze = Strudel (hoffe ich, dass das das richtige Wort ist)
Ribisel = Johannisbeeren
Rohnen = rote Bete
Schlagobers = Sahne
Schwammerl = Pilze (und Eierschwammerl sind Pfifferlinge)
Stelze = Eisbein
Topfen = Quark
Zwetschgen = Pflaumen
Und last but not least: Frankfurter = Wiener (Würste)
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit, vielleicht habe ich mich auch bei den hochdeutschen Wörtern vertan.

Liebe Grüße

Werbung
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
G
Liebelein, es war ja auch als Spaß gedacht (aber das weißt Du ja auch, hoffe ich zumindest!!!). Blöde, nur weil man die Begriffe anderer Länder nicht kennt, ist man sicherlich nicht. Außerdem gibt es schon größere Unterschiede der einzelnen Bundesländer ... wie soll man diese alle kennen - zumal es selten lebensNOTwendig ist! Wenn mein Vater nicht Berliner gewesen wäre, hätte ich auch bestimmt öfter Probleme, mein Binchen zu verstehen!!! Ehrlich gesagt: sie musste mich auch erst mal aufklären, was "Kameruner" sind ...
Antworten
M
<br /> Ach, Claudia, ich hab' mich schon ausgekannt! Aber lieb von dir, dass du dir darüber Gedanken machst!<br /> Einen ganz lieben, augenzwinkernden Gruß!<br /> <br /> <br />
P
So, da werde ich gleich nochmal antworten: ich komme aus dem Erzgebirge, tiefster Osten Deutschlands und bin durch mein Studium doch eher nach Mitteldeutschland gewandert. Glaubt man gar nicht, dass es da schon solche Unterschiede gibt...<br /> <br /> Lg, Panda
Antworten
M
<br /> Ist aber sicher spannend, wenn man einmal ganz woanders hinkommt!<br /> <br /> <br />
F
Heidelbeeren, Karotten und Porree sagt man bei uns (Mitteldeutschland) auch. Orangen und Apfelsinen sind für mich was ganz anderes und auch Wiener und Frankfurter unterscheiden sich bei uns geschmacklich. ;)<br /> Bei manchen österreichischen Begriffen musste ich aber echt schmunzeln (Paradeiser, Faschiertes, Ribisel).<br /> Übrigens kenne ich den Begriff Schwammerl aus dem sächsischen. :)
Antworten
M
<br /> Also bei den Frankfurtern bin ich mir ziemlich sicher, dass man in Deutschland Wiener bestellen muss, wenn man unsere Frankfurter essen möchte (Erfahrungswerte). Und die Schwammerl heißen in<br /> Sachsen auch Schwammerl, oder ist das dort wieder was anderes?<br /> Liebe Grüße von Margot<br /> <br /> <br />
S
Claudi hat es nicht weitergesagt, aber gelesen hab ich es trotzdem ;o) <br /> <br /> Das ist halt det Leid eines Berliners, dass einen andere nicht immer verstehn :o)
Antworten
M
<br /> Hab' ich es mir doch fast gedacht, dass du heimlich die Antworten liest, die für Claudia bestimmt sind. Man kann aber auch gar nichts geheim halten!<br /> Liebe Grüße von Margot<br /> <br /> <br />
M
Manche deiner "österreichischen" Wörter finden auch in Deutschland ganz normal Verwendung, bei anderen muss man es sich wirklich durch Österreich-Urlaube (oder eine nette Hilfe wie deine) aneignen. Karotten, Orangen und Porree sind ganz gebräuchlich. Ich glaube, zwischen Frankfurtern und Wienern gibt es einen Unterschied, was die Sorte des Fleischs angeht. Zwetschgen sind hier eine bestimmte Art von Pflaumen, nämlich die, bei denen der Kern gut raus geht und die man zum Backen oder für Kompott verwendet. Marillen treffen die Aprikosen nicht ganz genau, denn sie sind zwar sehr ähnlich, aber doch eine andere Frucht; Marillen wachsen hier so gut wie gar nicht, die bevorzugen ja auch die warme österreichische Hauswand ;-).
Antworten
M
<br /> Siehst du, da habe ich jetzt auch wieder etwas gelernt. Das mit den Marillen und den Zwetschgen wusste ich bisher nicht. Wir haben das schon in der Volksschule gelernt, dass die in Deutschland<br /> einfach anders heißen.<br /> Liebe Grüße von Margot<br /> <br /> <br />